Aus Italien Speri - Amarone Classico

Speri - Sieben Generation voller Leidenschaft

Das Weingut

Speri ist eines der elf traditionsreichen, familiengeführten Premium-Weingüter der Classico-Zone im Valpolicella. Die Familie arbeitet schon seit sieben Generationen in Pedemonte, einer kleine Gemeinde im Valle di Negrar, und zählt zu den Urgesteinen der Amarone-Winzer. Besser gesagt: Speri steht für Amarone wie kaum ein anderes Weingut. Wer in der Antica Bottega del Vino in Verona die Weinkarte erblickt hat, dem muss das nicht erläutert werden. Die Jahrgangstiefe dort ist beeindruckend und so sind es auch die Preise, wenn man einen gereiften Amarone von Speri bestellt. Das liegt vor allem daran, dass man bei Speri alles danach ausrichtet, wunderbar lagerfähige Weine zu machen. Anders als moderne Winzer, die meinen alles besser zu machen, weil üppiger und süßer, hat man bei Speri eine schier unendlich sichere Hand und setzt auf Bewährtes. Einige Beispiele gefällig?

 

  • Die dünnschalige, großbeerige Rebsorte Molinara wird von vielen anderen Winzern nicht mehr verwendet, weil zu säurebetont, zu dünn, zu schwierig im Anbau. Bei Speri ist man der Meinung, man muss eben mit ihr umgehen können. Sie wollen nicht auf sie verzichten und jede Cuvée bekommt einen kleinen Anteil Molinara, denn das macht Weine langlebiger, frischer, bringt florale und erdige Aromen und trägt somit zur Komplexität bei.
  • Viele Winzer verwenden mittlerweile die international erfolgreiche Guyot-Erziehungsform, weil die Trauben damit mehr Zucker produzieren und man durch das Spalier einfacher und maschinell arbeiten kann.Guyot ist aber anfällig für Fäulnis und im Valpolicella regnet es nun mal viel. Daher gibt es bei Speri nur Pergola Veronese, eine hohe Laubdach-Erziehung, und zwar in einer besonderen offenen Form. Die Trauben hängen frei unter dem Laubdach und sind so gut geschützt vor Regen und trocknen im Zweifel auch wieder gut. Sie werden zwar nicht so süß, reifen langsamer und es kostet auch mehr Handarbeit, die - weil über Kopf - auch noch besonders anstrengend ist. Aber die Trauben sind gesünder und gesunde Trauben machen langlebigere Weine.

  • Speri ist Alleineigentümer der fantastischen Lage Monte St. Urbano, wo die besten Partien des Weinguts in wunderbarer Südwestlage auf vulkanischem Gestein mit sehr hohem Kalkanteil wachsen. Der Terroirgedanke und der Jahrgangs-Charakter eines Jahrgangs spiegeln sich in den Weinen von Speri immer wunderbar wider. Dazu hat man mit dem Jahr 2015 komplett auf bio umgestellt und schützt nunmehr das, was für den Traditions-Betrieb das wichtigste Gut ist: der Boden.
  • Der Ausbau der Weine findet immer zu einem Großteil in großen Holzfässern statt. Dadurch werden sie nicht durch übertriebenen Holzeinsatz weich gemacht, öffnen sich vielleicht etwas später als die modernen Kollegen, aber sie bleiben länger trinkreif. Und Gianpaolos Meinung nach haben die Valpolicella-Rebsorten Corvina, Rondinella und Molinara ohnehin kein schwieriges, beißendes Tannin, das man bändigen müsse. Wenn die Weine auf den Markt kommen, sind sie daher von den Gerbstoffen her immer trinkfertig.
     

 

Ein zeitloser Stil mit zeitlosen Weinen

Für die Familie ist selbstverständlich neben dem Qualitätsstreben die Beständigkeit das wichtigste Credo. Darin zeige sich auch die Zuverlässigkeit eines Weinguts, ein langjähriger Partner zu sein und den Konsumenten nicht zu enttäuschen. Deswegen werden bei den Weinen keine unnötigen Experimente gemacht. Es werden nur fünf verschiedene Weine hergestellt. Die erste Stufe bilden der junge, frische Valpolicella (ein außergewöhnlich guter Brot-und Butterwein) und der saftige Valpolicella Ripasso (traumhafter Essensbegleiter). Besondere Bedeutung fällt dem Valpolicella Superiore aus der Lage St. Urbano zu. Er verkörpert wie kein anderer Valpolicella den Terroirgedanken, der bei Speri eine große Rolle spielt. An der Spitze der Qualitätspyramide steht natürlich der Amarone, als festlicher und repräsentativer Stolz des Hauses. Es gibt bei Speri nur einen Amarone. Ebenfalls nur aus der Lage St. Urbano, konzentriert man hier die besten Trauben der besten Parzellen. Speri keltert ihn aber nicht jedes Jahr (2014 z.B. hat man sich dagegen entschieden, weil es den eigenen Ansprüchen nicht genügte). Abgerundet wird das Sortiment dann noch durch einen süßen Recioto.


Was mir an Speri gefällt?

Die Weine sind wie in Stein gemeißelt, einfach nur beeindruckende Erzeugnisse einer langjährigen Tradition. Sie könnten problemlos das Doppelte kosten. Das ist häufig das Gute an Familienunternehmen. Da stehen keine gierigen Investoren dahinter. In der ganzen Welt wird Speri verehrt und von Weinkennern geliebt. Warum Sie in Deutschland nicht schon längst einen Spitzenplatz haben, ist mir schleierhaft.

Euer Michael Liebert


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