Rebsorten Pinot Noir

 


Erst spät, aber dann für immer

Es ist wie in der Liebe: Früher oder später trifft es dich. Colpo di fulmine, out of the blue, aus der bunten Masse geschminkter Figuren, erkennt man sie. Sie ist nicht laut, drängt sich nicht in den Mittelpunkt, sagt keine belanglosen Sachen, sondern sitzt ganz ruhig in der Ecke. Ihre Präsenz ist aber deutlich spürbar und erweckt dein Interesse. Sie schaut dir länger in die Augen und lächelt, aber nur ganz kurz und schon ist sie weg. Du hast dich ablenken lassen von dieser lauten Spanierin und dem belanglosen amerikanischen Whoo-Girl. Du wirst sie wiedersehen, dich nähern, erkennen dass sie launisch sein kann, fragil erscheint sie dir, aber sie fesselt deinen Verstand und du wirst alles aber wirklich alles um dich herum vergessen. Du wirst erkennnen, dass du verliebt bist.


Ich kenne kaum einen Weinliebhaber, der nicht Pinot Noir auf Händen trägt. Man braucht vielleicht etwas um dahinter zu kommen, muss sich erstmal durch- und ausprobieren, aber einmal ein richtiges Pinot-Initiationserlebnis gehabt, wird man immer wieder dahin zurückkehren wollen. Es entwickelt sich unendliche Begeisterung, oftmals Ärger und Enttäuschung und trotzdem ein unendliches Streben nach diesem erhabenen Moment, der nie enden soll. Die Leidenschaft für Pinot Noir kann man nicht in Worte fassen, sie kontrollieren oder analysieren. Es wäre zu banal und letztendlich zu hochtrabend, sie als Infekt, Virus, Mystik oder gar Religion zu beschreiben. Ich bleibe lieber bei einer immer wiederkehrenden Sehnsucht, einem nicht stillbaren sehr menschlichen Verlangen.


Ihr Benjamin Sauri Montalt


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