Champagner & Winzersekt Prosecco & Perlwein

Prosecco – Fluch und Segen

Das Kommerzwässerchen und Exportschlager, oft kopiert, selten verstanden und viel zu wenig in guten Qualitäten erhältlich. Ich denke kein zweiter Wein in Italien wurde so ausgelutscht und marketingmässig ausgeschlachtet wie der Prosecco. Nicht einmal der Pinot Grigio wurde so im Image durch den Dreck gezogen. Fakt ist: Genau wie zB der Lambrusco ist auch der Prosecco eine der ganz ganz traditionellen, lokalen Spezialitäten in Italien.

Gerade im Veneto war Prosecco nie ein „chiques“ In-Getränk. Vielmehr Begleiter zu etlichen Anlässen. Vom Apero über die typisch venzianische „Ombra“, den Schluck für Zwischendurch, zum Anstoßen, zum Essen oder einfach zum Durstlöschen. Hinzu kamen noch typische Mixdrinks wie der Sprizz, der klassisch aber mit stillem Prosecco, also ohne Bubbles aber mit Mineralwasser gemacht wurde. Warum wird aus dem Prosecco ständig mehr gemacht, als er eigentlich ist? Zudem kommt noch, dass das was hier in Deutschland oft ankommt aus Italien mit dem was wir in Italien trinken wenig zu tun hat. Mit Kohlensäure versetzter, schlechter Perlwein... Sowas hat in Italien niemand vorher gesehen. Und genau so wurde er dann oft, auch von deutschen Winzern einfach kopiert. Eine Kopie von etwas was eigentlich so nie gab...

Schluss mit den Raubkopien, es leben die Originale

Was heißt das? Nun, im Veneto bin ich zB mit dem „Col Fondo“ groß geworden. Das ist ein in der Flasche Re-fermentierter Prosecco der mit der Hefe in der Flasche bleibt. Dieser wird dann ganz ordinär mit einem Kronkorken verschlossen. Das Schöne daran: Nun kann man endlich auch mal ganz einfachen Wein karaffieren. Ein weiterer positiver Aspekt ist, der Wein bleibt in der Flasche „Blütenfrisch“ über ganz lange Zeit. Weil er eben lebendig ist mit der Hefe in der Pulle.. Dass er trüb ist ist ein weiterer positiver Punkt. Nein, kein Qualitätsmanko!!! Was bei Bier, Saft und Apfelwein schon lange wieder vollends akzeptiert ist, ist beim Wein immer noch erklärungsbedürftig.

Euer Marco Giovanni Zanetti - der Winepunk


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