Aus Spanien Paco & Lola - Galizien

 


Eine Genossenschaft orientiert sich neu

Ein toller frecher Auftritt

Wir befinden uns in Galizien im Val do Salnés an den rauen Klippen der Atlantikfjörde, auf galizisch Rias genannt. So heißt auch die berühmte Weinbauregion für Albariño "Rias Baixas" - die unteren Fjorde. Hier am nordwestlichsten Ende Spaniens, quasi am Ende der Welt, ist die Landwirtschaft traditionell in Minifundien aufgeteilt. Das gibt es selten in Spanien, wo doch in den weiten Ebenen Kastiliens, Andalusiens und der Extremadura der Großgundbesitz vorherrschend ist. Hier sind es jedoch 400 gleichberechtigte Mitglieder, die 200 ha Rebfläche bewirtschaften. Die Genossenschaft hat sich im Jahre 2005 formiert und sich gleich mal ein pfiffiges Auftreten verpasst.


Die Weine

Eigentlich wollte man mit den zwei gängigen spanischen Vornamen (Paco ist die Kurzform von Francisco und Lola die von Maria Dolores) den Albariño in Übersee vermarkten, doch die Marke verkaufte sich vor allem in Spanien besonders gut und ist ein Renner unter jungen Leuten. Nicht nur wir wurden auf der Messe Fenavin von diesem modernen Design wie Braunbären vom Honig angezogen. Nachdem wir uns durch die Menschentraube kämpfen konnten, erfuhren wir was für eine hohe Qualität hinter dieser schrillen Aufmachung steckt. Der Lolo ist der Einstiegswein, mit Schraubverschluss ideal für unkomplizierten Partytrinkfluss. Der Paco y Lola, sogesehen das Herzstück der Produktion, ist ein wunderbar dichter Essensbegleiter für Salzwasserfische und der Vintage 2010 das Liebhaberobjekt.


Was gefällt mir an den Weinen?

Ein toller Auftritt, viel Trinkfreude und richtig viel Spannung im Glas. Nicht nur in Südtirol gibt es verdammt gut arbeitende Genossenschaften. Wie mit einem feinem Hefelager im Stahltank dem Albariño Struktur gegeben wird, ist schon sehr beeindruckend. Und sowieso verbinde ich mit dieses Rebsorte wegen ihrer Fülle an fruchtigen und floralen Aromen so viel lebensbejahende Freude am Genießen.

Euer Michael Liebert


Nach oben