Aus Frankreich Château du Cèdre - Cahors

Der schwarze Wein aus Südfrankreich

Die Familie Verhaeghe

Anfang des 20. Jahrhunderts verlässt Großvater Léon Verhaeghe seine flämische Heimat und siedelt sich im Departement Lot nahe der Stadt Cahors an. Sein Sohn Charles und seine Frau Marie-Thérèse betreiben eine Mischbetrieb, konzentrieren sich aber immer mehr auf Weinbau. 1973 füllen sie ihren ersten Jahrgang. Marie-Thérèses und Charles Söhne Pascal und Jean-Marc sind ab 1980 ins Weingut mit eingestiegen und teilen sich klassisch die Arbeit. Jean-Marc, der im Souternais Önologie studiert hat, kümmert sich um die Weinbergsarbeit und Pascal, der in Mâcon studiert hat und im Napa Valley viele Erfahrungen gesammelt hat, steuert den Keller.

Château du Cédre ist ein absolutes Rotweingut: 27 ha sind beflanzt hauptsächlich mit Malbec (knapp 90%). Dazu kommen noch jeweils fünf Prozent Tannat und Merlot. Ein kleiner Teil Viognier, Semillon, Muscadelle und Sauvignon blanc (insgesamt 1,7 ha) ergänzt den Rebbestand. Man ist gleich weit entfernt vom Atlantik wie vom Mittelmeer. Das Klima ist in der kalten Jahreszeit geprägt von Westem, mit viel Regen und milden Temperaturen. Der Boden nimmt dann genug Wasser auf um den heissen vom Mittelmeer geprägten trockenen Sommer zu überstehen. Also braucht es keine Bewässerung und gleichzeitig ist Bioweinbau sehr gut möglich, weil es keinen hohen Pilzdruck gibt. Der Boden besteht hauptsächlich aus Kalkmergel und bringt feine Tannine in den dunklen und kraftvollen Malbec.



Die Methode

Die Vinifizierung ist ganz einfach erzählt: Es gibt keine im Vorhinein definierte Methode. Jeder Jahrgang ist verschieden und deswegen wird immer dann gehandelt, wenn es den Brüdern notwendig scheint. Sie formulieren es so: In unseren Weintrauben existiert der Wein schon. Wir müssen ihn nur begleiten und uns ihm anpassen. Selbstverständlich benutzen sie die traditionellen Methoden der Weinbautechnik: Große und kleine Holzfässer und Stahl- und Betontanks, doch wie lange die Weine verweilen und wie hoch der Neuholzanteil, welche Gärtemperatur und wie oft der Tresterhut untergetaucht wird...all diese Stellschrauben des Weinbaus werden ad hoc entschieden. Dafür sind sie erfahrene Profis genug und kitzeln dem Wein das heraus, was ihnen vorschwebt. Denn das ist auch Terroir, was der Mensch daraus macht.


Ich beobachte die Weine schon seit langer Zeit. Auf der Prowein in Düsseldorf bin ich dann mit Pascal ins Gespräch gekommen und musste mit Begeisterung feststellen, wie gut und modern die Einstiegsweine sind. Also habe ich einfach mal entschlossen es probieren zu wollen und den klassischen Wein musste ich als Zuckerl für die Weinliebhaber auch bestellen. Die Weine sind typisch französisch, aber doch nicht so anstrengend wie viele junge Bordeaux.

Euer Michael Liebert


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