Aus Deutschland von Oetinger - Rheingau

von Oetinger - Rheingau 2.0

Ritter und Edler als Rieslingverrückter

Achim Maximilian Ritter und Edler von Oetinger - das mag für viele etwas zu ehrwürdig und altbacken klingen. Im Gegenteil: das Auftreten des "jungen" Oetingers ist aber ein ganz anderes. Sehr entspannt, lässig und fast schon schmissig. Doch eine intensive Präsenz und eine klare und strukturierte Sprache vermitteln ein Bild von großer Selbstsicherheit, das eben genau das ist und nicht Selbstüberschätzung. Er weiß was er tut und warum und was er es tut, und macht es mit Überzeugung ohne Kompromisse. Er hat sich vorgenommen, eigenständige Weine aus dem Terroir um Erbach zu machen.


Wofür steht Achim von Oetinger?

Seit einiger Zeit schon als Geheimtipp in der deutschen Sommelier-Szene bekannt, fragt man sich doch wie ein langjähriges VDP-Mitglied überhaupt ein Geheimtipp sein soll? Die Erkärung für diese Paradoxie liegt in der Vergangenheit des renomierten Weinbaus im Rheingau. In der Tradition des Rheingaus stehen berühmte Namen, große adlige Schlösser und mondäne Großbürger, die große Weine produziert und den Riesling weltbekannt gemacht haben. Eine langjährige Geschichte, die von Rheinromantik und vom Tourismus lebt. Wenn man sich die Qualität vieler Betriebe heute ansieht, bleibt aber vielen nicht mehr viel als der Name und eine glorreiche Vergangenheit. Und genau dagegen rebelliert Achim von Oetinger. Seine Vinifizierung geht neue Wege, sie geht mit der Zeit. Er will nicht einfach Rheingauweine erzeugen, sondern die besten Weine, die im Rheingau möglich sind. Und an Potenzial mangelt es nicht an diesem riesigen sonnenverwöhnten Südhang, der sich wie eine sanfte Tribüne von Wiesbaden bis Rüdesheim an den Rhein schmiegt.


Was macht die Weine besonders?

Zuerst einmal bestechen die Weine durch einen enormen Körper, der aber niemals ausladend fruchtbetont, sondern kompakt und straff wirkt: Wie ein Atomkern kurz vor seiner Spaltung vibrieren die Weine auf der Zunge. Kurze Maischestandzeiten vor der Gärung verleihen den Weinen diese Kraft. Anders als viele Rheingauer haben seine Weine keinen unnötigen Restzucker, und besonders säurebetont wirken sie auch nicht, denn das Lesegut hängt deutlich länger als bei den anderen Betrieben, sogar so lange, dass sich viele Nachbarn sorgen machen. Das vollreife Erntegut vergärt extrem langsam bei sehr niedrigen Temperaturen um klare feine Aromen herauszukitzeln. Da denkt man sofort an Gummibärchen und Eisbonbon. Doch weit gefehlt, die Weine ruhen umso länger auf der Feinhefe um diese primäre Frucht zu reduzieren und Struktur zu geben. Achims Weine kommen immer ein Jahr später auf die Flasche. Wenn man einmal dieses verrückte Prinzip Wein zu machen verstanden hat, will man nichts anderes mehr. Denn die Weine funktionieren ob der Kraft als Essensbegleiter genauso gut wie einfach nur so und man wird sich wundern wie schnell die Flasche leer ist.



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